Gunhild trifft Oyungerel Tsedevdamba

Das Wort „Toilette“ in der Mongolei salonfähig machen

Text und fotos: Trude B-J Margel

Als früheres Mitglied des mongolischen Parlaments und frühere Ministerin für Kultur, Tourismus und Sport ist Oyungerel politische Beraterin des mongolischen Präsidenten für Menschenrechte und öffentliche Teilhabe. Sie ist für ihr Engagement für Menschenrechte bekannt. 

Oyungerel studierte in Stanford und Yale und war die erste mongolische Studentin in Stanford. Sie schriebt sich 2003 im Alter von 36 Jahren für einen Masterstudiengang in internationaler Politikwissenschaft ein. Bei ihrer Arbeit unterstützt sie u. a., dass Gesetze gegen häusliche Gewalt und für den Schutz von Stätten kulturellen Erbes, wo die indigene Bevölkerung der Mongolei lebt, verabschiedet werden. Außerdem arbeitet sie daran, Schmuggler daran zu hindern, illegal Dinosaurierfossilien aus der Mongolei auszuführen.

Doch ihre Arbeit am Wandel in der Mongolei ist eine faszinierende Geschichte. Sie hat u. a. dazu beigetragen, dass das Tabu-Wort Toilette Eingang in die moderne mongolische Gesetzgebung gefunden hat. Warum? Weil in den Steppen ihres Landes nur wenige Menschen Zugang zu sicheren Sanitäranlagen haben, und, wenn es diese gibt, sie nicht angenommen werden, weil es nicht der Kultur entspricht. Sie hat mit ihrem Volk gearbeitet und ist von Dorf zu Dorf gereist, um aufzuklären und eine Verhaltensänderung herbeizuführen. Damit erreichte sie bahnbrechende Erfolge und die Veröffentlichung ihres Buches „Let‘s Change Toilets“ im Jahr 2017 in Zusammenarbeit mit der „Local Solutions Foundation“, einer NGO in Ulan Bator, hat fundamentale Veränderungen hinsichtlich der Errichtung von Toiletten in den Dörfern bewirkt und dazu beigetragen, Erkrankungen zu verringern.

Oyungerel presents at the Reinvented Toilet Expo in Beijing
Oyungerel Tsedevdamba erzählt ihre Geschichte auf der Reinvented Toilet Expo in Beijing 2018

In dem Buch geht es um Toilettentechnologie, Lösungen für das Schlamm-Management und um Innovationen ebenso wie um Politik und bewährte Vorgehensweisen in Gemeinden. Das Buch zielt darauf ab, das Stigma, das dem Wort „Toilette“ anhaftet, zu beseitigen und das Thema bekannter zu machen, indem es mit geschäftlicher Bedeutung aufgeladen wird und Meinungsführer, Familien und Politiker vor Ort dazu angeregt werden, in sichere Sanitäranlagen zu investieren. Sie arbeitet eng mit der „Local Solutions Foundation“ zusammen, um jährlich in allen Provinzen und in der Hauptstadt der Mongolei Schulungen abzuhalten.

Gunhild Sjøvik, Globale Geschäftsführerin der Cinderella Eco Group, führte ein herzliches Gespräch mit Oyungerel Tsedevdamba. Beide tauschten sich über ihre Erfahrungen mit Sanitärtechnik für die entlegensten Gegenden der Welt aus.

Oyungerel and Gunhild

Lesen Sie mehr über Oyungerel Tsedevdamba und ihre Arbeit: http://www.oyungerel.org/